Grenzüberschreitungen XIII – 2021

Ein gemeinsames Projekt von Jazzclub „FUCHS“ e.V. und BIG e.V. Chemnitz.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Chemnitz und dem
Kfz-Meisterbetrieb M. Bondzio.

P u n k t . v r t . P l a s t i k

Dienstag, 24. August 2021, 19:30 Uhr 
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Kaja Draksler - piano
Petter Eldh - bass
Christian Lillinger - drums

Der erste gemeinsame Auftritt des Trios fand zum Oktobermeeting 2016 im Bimhuis Amsterdam statt.
Die Frage des Namens für das Trio wurde durch die Aneinanderreihung jeweils eines für die Bandmitglieder wichtigen assoziativen Wortes  gelöst: Punkt – Point of View und musikalisches Statement; Vrt – Garten, in dem die musikalischen Ideen gepflanzt und kultiviert werden; Plastik – Soundvision, Plastizität der musikalischen Gestalt und Struktur.

„Die Persönlichkeiten der drei sehr unterschiedlichen MusikerInnen prallten von Anfang an aufeinander, indem sich scheinbar inkongruente Impulse mit überwältigender Kohäsion vereinten. „Ich war aufgeregt und gleichzeitig eingeschüchtert von der Kraft, die Christian und Petter als Rhytmusgruppe gemeinsam haben“ sagt Dracksler. “Das ist, als ob man auf einer Welle reiten würde.“  Die drei gehören zu den spannendsten, tiefgründigsten und vielseitigsten MusikerInnen, die im letzten Jahrzehnt inEuropa in Erscheinung getreten sind, und die Musik des Trios ist nicht weniger als eine Mischform aus Persönlichkeiten, die größtenteils unvorstellbar wäre, wenn man die Arbeiten der einzelnen MusikerInnen außerhalb dieser Konfiguration untersuchte.“

„Einige der Stücke sind komplex und verlangen Genauigkeit, aber auf der anderen Seite macht sich niemand von uns viel Sorgen darum“ erklärt Draksler. “Es gibt also eine innewohnende Freiheit… die Musik und die Energie sind viel wichtiger als richtige Noten, aber richtig hinbekommen wollen wir es schon. Und es gibt Vertrauen.“ (Peter Margasak, Liner notes zur CD P u n k t.v r t.P l a s t i k, Intakt318)

Intensity – Fire – Obsession

Mittwoch, 22. September 2021, 19:30 Uhr
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Angelika Niescier - saxophone
Alexander Hawkins - piano


Durch ihr Horn erweckt Niescier unsere ganze Menschlichkeit, beschwört zuweilen guurale Klage, rasende Präzision und lyrische Zärtlichkeit. Hawkins legt scheinbar alle Selbstbewusstheit zugunsten einer traumwandlerisch sicheren Intuition, die nie ihre Leuchtkraft verwirkt, ab. Die beiden teilen neben Feuer und Hingabe auch eine ganze Reihe von Obsessionen und mindtrips - ihre unfassbar intensive Begegnung erforscht gründlich, wie weit sie musikalisch gehen können.

Angelika Niescier ist eine der Musikerinnen, die als Komponistin und Saxophonistin den europäischen Jazz weiterentwickeln. Bedacht wurde sie u.a. mit dem Albert Mangelsdorff Preis, dem Echo Jazz, bereits zwei Mal mit dem Vierteljahrespreis der deutschen Schallplaenkritik, war Improviser in Residenz in Moers, um nur einige der vielen herausragenden Auszeichnungen zu nennen. Sie spielt u.a. mit Jazzgrößen wie Joachim Kühn, Gerald Cleaver, Nasheet Waits, Sylvie Courvoisier, Tyshawn Sorey, Achim Kaufmann, Gerry Hemingway oder Kris Davis.

Aleander Hawkins eigene, unverkennbare Klangwelt ist durch die Forschung, sowohl seine Leidenschaft für die freie Improvisation als auch seine Tiefe Faszination für Komposition und Struktur in Einklang zu bringen, bestimmt. Mit seinem Soloprogramm oder in kollaborativen Ensembles mit Evan Parker, Tomeka Reid, Hamid Drake begeistert er seit Jahren Publikum und Kritk gleichermaßen.

Als hochbegehrter und vielseitiger Sideman performt er u.a mit Anthony Braxton, Shabaka Hutchings, Matam Robert oder dem legendären südafrikanischen Drummer Louis Moholo-Moholo.

Maya Homburger / Barry Guy

Mittwoch, 6. Oktober 2021, 19:00 Uhr 
St. Jakobi - Kirche, Chemnitz, Jakobikirchplatz 1  
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Maya Homburger: Baroque violin
Barry Guy: Bass


Beim Duo Maya Homburger (Violine) und Barry Guy (Kontrabass) prallen scheinbar Gegen-sätze aufeinander. Sie ist im Bereich der Barock- und zeitgenössischen Musik hervorgetreten, er im Freejazz. Diese Erfahrungen sind in ihren Konzerten präsent, aber aufgehoben in einem homogenen Bogen von einem Jahrtausend Musikgeschichte. "...Was Homburger und Guy erreichen, ist erstaunlich, nahtlos schlagen sie eine Brücke vom ätherischen Loblied auf den Heiligen Geist  zu einer lebhaften abstrakten zeitgenössischen Komposition, inspiriert von einem Künstler, der Werke frei von Symbolismus schaffen wollte und wahren dabei einen ehrfurchtsvollen Klang über den gesamten Verlauf." Bill Shoemaker, Text zur CD Tales Of Enchantment, intakt records CD 202

Day & Taxi

Freitag, 29. Oktober 2021
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Christoph Gallio, sax
Silvan Jeger, b
Gerry Hemingway, dr


Unbeeindruckt von Trends bewegt sich Day & Taxi an der Schnittstelle von Komposition und Improvisation.
Dabei benutzt das Trio eine breite stilistische Vielfalt und lässt alles zu, was der Musik dient: Kompliziertes genauso wie Banales oder Kitschiges.

So entsteht der unverkennbare Day & Taxi-Sound, der ihnen seit 30 Jahren internationale Erfolge beschert.

Day & Taxi zähle zu den bestgehüteten Geheimnissen Europas, heißt es in der New Yorker Downtown Music Gallery über das Trio, das der Schweizer Saxofonist Christoph Gallio 1988 gründete. Der deutsche Jazzkritiker Bert Noglik attestierte der Formation „eine sehr starke, auch emotional anrührende Musik“. Gemeinsam mit dem amerikanischen Avantgarde-Schlagzeuger Gerry Hemingway, der vor allem durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Anthony Braxton berühmt wurde, und dem Bassisten Silvan Jeger erfindet Gallio in stilistischer Vielfalt zwischen Zufall, Minimalismen, Alltäglichkeit und Poesie eine gleichzeitig experimentelle und unmittelbar ergreifende Musik, die den individuellen Qualitäten seiner Mitspieler viel Freiraum zur Entfaltung lässt.