Grenzüberschreitungen XI – 2019

Ein gemeinsames Projekt von Jazzclub „FUCHS“ e.V. und BIG e.V. Chemnitz.

Gefördert durch den Kulturraum Stadt Chemnitz. Dieses Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes. Mit freundlicher Unterstützung durch den Kfz-Meisterbetrieb Bondzio.

Pierre D/orge & New Jungle Orchestra

Donnerstag, 26. September 2019, 20:00 Uhr 
Weltecho, Annaberger Straße 24, 09111 Chemnitz
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Pierre D/orge, conductor & git
Gunnar Halle, tp
Jakob Mygard, sax
Anders Blanke, bcl, sax
Kenneth Agerholm, tb
Irene Becker, p, synth
Tommy Andersson, b
Ayi Solomon, perc
Martin Andersen, dr

In Down Beat schreibt Bill Shoemaker: „Der dänische Gitarrist gestaltet eine exotisch farbige, rhythmisch vibrierende Musik, die gleichzeitig intellektuell und versöhnlich ist. Pierre D/orges NYO ist eine der  konsequentesten Big Bands der letzten Dekade.“


Norman C. Weinstein portaitiert in seinem Buch „A Night in Tunesia – Imagining Of Africa“ Pierre D/orges New Jungle Orchestra als einzige europäische Big Band den Leuchttürmen wie John Coltrane, Archie Shepp, Yusef Lateef und Duke Ellington an die Seite: „Sein phantasiereiches Spiel im afrikanischen Stil und Instrumentation hat keine Parallelen unter Musikern ohne afrikanischen Bezug.“


Donald Elfmann bemerkt: „Pierre D/orge verfügt über eine magische Fähigkeit, er kann die Entwicklung der Musik rückwärts denken, damit schafft er neue Welten aus der Welt, die wir zu kennen meinten.“

Pierre D/orge ist einer der meist profilierten und breit engagiertem Musiker der dänischen Szene.
In den 60er Jahren begann er sich für Jazz zu interessieren. Seither beschäftigte er sich ständig mit unbekannten Kulturen und Genres. Dies befähigte ihn, Elemente  europäischer, asiatischer, afrikanischer und afro-amerikanischer Musiktradition in seine Kompositionen genuin einfließen zu lassen. Dies kommt auch in der Vielzahl unterschiedlichster Musiker, mit denen Pierre D/orge zusammenarbeitet, zum Ausdruck: Yusef Lateef, Hamid Drake, John Tchicai, Sainkho Namtchilak, Niels Henning /Orsted Petersen, Johnny Diani, Don Cherry, David Murray, Peter Brötzmann, Butch Morris, Harry Beckett, Marilyn Masur, Han Bennink, Ray Anderson, James Blood Ulmer, Hugh Masakela um nur einige zu nennen.

Das New Jungle Orchestra ist 1980 gegründet und nach dem legendären „jungle“-Sound des frühen Duke Ellington Orchester, von dem einige Kompositionen durch das NJO gecovert werden,  benannt. Andere wichtige Einflüsse sind Charles Mingus mit dem Konzept der Kombination von Improvisationen und der großformatigen Form, Gil Evans mit dem Fließen zwischen energetischer Anarchie und sorgfältigem Abwägen komplexer Strukturen, der ironisch-cabarettistische Anschlag Carla Bleys.

Die Zusammenstellung dieser Namen zeigt den Anspruch an Innovation und Künstlerschaft der Band und kennzeichnet sie als eine der originellsten, intensivsten und erfreulichsten Gruppen, die gegenwärtig in der globalen Musikszene zu hören sind. Zu hören ist „Weltmusik“ in der eigentlichen Bedeutung des Wortes und mit absolutem Qualitätsanspruch.

THE CHICAGO PLAN

Samstag, 30. November 2019, 20:00 Uhr 
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Gebhard Ullmann (DE) – Tenorsaxophon, Bassklarinette
Steve Swell (US) – Posaune
Fred Lonberg-Holm (US) – Violoncello, Elektronik
Michael Zerang (US) – Schlagzeug

Und sie hatten einen Plan. Nach zehnjähriger Partnerschaft zwischen dem virtuosen Posaunisten Steve Swell und dem Saxophonisten Gebhard Ullmann im erfolgreichen Ullmann–Swell Quartet schien die Zeit reif für ein neues Quartett mit zwei weiteren einschlägig prominenten Musikern aus Chicago.Der Plan ist freilich, die Leiter in den Dienst bahnbrechender Bereiche der Improvisation, die swingende Metren und Polyrhythmik, komplexe Texturen, experimentelle Elemente und glühende Kadenzen beinhalten, zu stellen. Allein, hier herrschen – fast immer – klare Strukturen vor.Für die gleichnamige CD, aufgenommen in Chicago (wo sonst?), waren die Musiker scheinbar in die innovativen Jazzkräfte der Windy City eingetaucht, die wie ein Leitmotiv über dem Studio schwebten. Ein sehr kontrastreicher, innovativer Plan, dieser Chicago Plan!

Gebhard Ullmann ist ein deutscher Jazzmusiker und Komponist. Er spielte u. a. in „Out to Lunch“, „Minimal Kidds“, „Ta Lam Projekt“, „Basement Research“, „Clarinet Trio“, mit Andreas Willers, Trilok Gurtu, Bob Stewart, Phil Haynes, Ellery Eskelin, Tony Malaby, Drew Gress, Phil Haynes, John Hébert, Pascal Niggenkemper, Gerald Cleaver, Jürgen Kupke, Michael Thieke, Chris Dahlgren, Peter Herbert, Clayton Thomas, Michael Jefry Stevens, Joe Fonda, Oliver Potratz, Eric Schaefer.

Steve Swell spielte in New York, wo er zunächst mit Musikern wie Lionel Hampton und Buddy Rich, Anthony Braxton und Jemeel Moondoc arbeitete. Swell war Mitglied von Cecil Taylors „Orchestra Humane“ und Jemeel Moondocs „Jus Grew Orchestra“. Weiterhin arbeitete er mit Bill Dixon, Butch Morris, John Zorn und Elliott Sharp. Steve Swell wurde vielfach von der Jazz Journalists Association und der Zeitschrift „El Intruso“ als Posaunist des Jahres nominiert.

Fred Lonberg-Holm studierte in New York City Cello und Komposition u. a. bei Morton Feldman und Bunita Marcus, dann am Mills College bei Anthony Braxton. Er arbeitete mit verschiedenen Ensembles wie Anthony Braxtons „Creative Orchestra“, Anthony Colemans „Selfhaters“ und „God Is My Co-Pilot“ sowie mit dem Saxophonisten John Zorn. Ende der 1990er Jahre übersiedelte er nach Chicago. Er arbeitete u. a. mit Ken Vandermark, Jim O’Rourke, Peter Brötzmanns „Chicago Tentet“, Tony Malabys „Cellotrio“, der Noisejazz-Band „The Flying Luttenbachers“ sowie mit Kevin Drumm und Axel Dörner.

Michael Zerang ist seit 1976 als professioneller Musiker aktiv und arbeitete u. a. mit Kent Kessler, Fred Anderson, Mats Gustafsson, Jaap Blonk, Barre Phillips, Scott Fields, Hamid Drake, Fredy Studer und im Trio mit Axel Dörner und Fred Lonberg-Holm. Seit 1997 gehörte er dem „Chicago Tentet“ von Peter Brötzmann an, mit dem er auch in kleineren Gruppen, etwa mit Joe McPhee, auftritt.