Grenzüberschreitungen XIV – 2022

Ein gemeinsames Projekt von Jazzclub „FUCHS“ e.V. und BIG e.V. Chemnitz.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Chemnitz und dem
Kfz-Meisterbetrieb M. Bondzio.

Trio NOW

Sonnabend, 15. Oktober 2022
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Tanja Feichtmair, sax
Uli Winter, vc
Fredi Pröll, dr

Now! = im Hier und Jetzt, Momentaufnahmen, Augenblicksfantasien, Spontanreaktionen, Stegreifexplorationen, Echtzeitdiskurse.

In bester US-Free Jazz-Tradition mit so manchem Gefühlsüberschwang, aber auch mit dem kontrolliertem Puls und der Klangästhetik der Improvisierten Musik europäischer Provenienz geht das Trio beharrlich einen Weg, der kein bequemer ist.

Eine feste Einheit, die jedem aber auch ausreichend musikalischen Raum zur Verfügung stellt, um mit einfacher Freude und leichter Entscheidung ans Werk zwischen energischer Intensität, heller Expressivität und lyrisch sperriger Entschleunigung zu gehen. Eine solche Tiefe des Zusammenspiels, so ein Spektrum der Stimmungen und das traumwandlerische Verständnis untereinander, findet man auch bei älteren Haudegen des Genres nicht so schnell.

Hintergrund und Musik: https://youtu.be/qyuZtQGrWhA

Duo Markus Eichenberger & Christoph Gallio

Freitag, 21. Oktober 2022, 19:30 Uhr 
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Markus Eichenberger - Klarinette
Christoph Gallio - Sax

Die Bläser Eichenberger und Gallio haben sich dem Holzblasinstrument und der einfachsten Form der musikalischen Kommunikation – dem Duo – verschrieben. Saxophon und Klarinette. Zwei analoge Instrumente. Eine intime, persönliche Musik, ein Gespräch, ein Sinnieren, das nicht nur zwischen den beiden Musikern, sondern auf eine transdisziplinäre Art und Weise auch zwischen dem Publikum, dem Raum und den Auftretenden stattfindet. Analog in Zeit und Raum. Basierend auf einfachsten und unspektakulären Konzepten bewegt sich die Improvisation des Duos. Eine durchlässige in sich gekehrte Musik – eine Meditation mit Zwischentönen.

Christoph Gallio und Markus Eichenberger, beide Jahrgang 1957, kennen sich seit den frühern achziger Jahren und haben in dieser Zeit viel zusammengespielt, Musik gehört, Bars besucht sowie ab und zu im Rhein ein Bad genommen...

Irgendwann verloren sich ihre Wege, bis sie sich diese 2017 wieder kreuzten. Seitdem loten sie wieder regelmässig ihre musikalischen Sprachen aneinander aus und lassen Neues entstehen. Ihr Auftritt am Festival 40 Jahre WIM Zürich blieb vielen unvergessen. Soeben ist ihre CD «Unison Polyph0ny» auf Hathut ezzthetics 1028 erschienen.

ISABELLE DUTHOIT voc & FRANZ HAUTZINGER tp

Montag, 24. Oktober 2022, 19:30 Uhr 
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Die HörerInnen werden von dem Zweiergespann in eine geheimnisvolle, collagenartige Klangwelt geführt, in der die herkömmlichen Regeln des Musikmachen komplett aufgehoben sind. Nach Melodien und irgendwelchen strukturgebenden Rhythmen sucht man im dem durch die Beiden Dargebotenen vergeblich. Solche sind schlicht und einfach nicht existent. Was vielmehr regiert, sind das avantgardistische Experiment mit Klängen und Stimmen und das Ausreizen aller Möglichkeiten, die das vorhandene Instrumentarium bietet.


Isabelle Duthoit kreischt, schreit, wispert, gurgelt, flüstert und zischt sich ohne Text und fast schon hexenhaft durch die Stücke, Franz Hautzinger bearbeitet seine Trompete auf unterschiedlichste Weise und erzeugt abstrakte Sounds, die mehr als Störgeräusche durchgehen denn als irgendetwas auch nur im Ansatz Harmonisches. Was die beiden entstehen lassen, sind geheimnisvolle Klanggebilde, die eine seltsam anmutende Stimmung entwickeln, eine, die zum Teil auf verstörende Art eine seltsame Anziehungskraft entfaltet.


Zugegeben, die wirklich leichte Kost ist es nicht, die Isabelle Duthoit und Franz Hautzinger hier präsentieren. Das zu Gehör Gebrachte ist etwas, mit dem man sich schon intensiver auseinandersetzen muss, um es in seiner Ganzheit fassen zu können. Tut man dies aber und taucht in diese ungewöhnliche Klangwelt ein, so erfährt man letztlich ein Hörerlebnis, das einen auf intensive Weise packt. (Michael Ternai)