Grenzüberschreitungen XIV – 2022

Ein gemeinsames Projekt von Jazzclub „FUCHS“ e.V. und BIG e.V. Chemnitz.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Chemnitz und dem
Kfz-Meisterbetrieb M. Bondzio.

Sylvie Courvoisier, Piano

Sonnabend, 10. September 2022, 19:30 Uhr
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Der neu ausgerichtete «Deutsche Jazzpreis», vormals Jazz Echo, ist nunmehr offizieller, weil zentrales Förderinstrument der deutschen Bundesregierung. Die neuerlichen Preise für Schweizer Jazzmusiker bestätigen die deutsche Anerkennung des schweizer Jazzschaffen.


Die in New York lebende westschweizer Pianistin Sylvie Courvoisier hat  in der internationalen Kategorie gegen namhafte Pianisten wie den Amerikaner Craig Taborn und den Israeli Shai Maestro gewonnen.
Der Jazzclub FUCHS e.V. gratuliert Sylvie Courvoisier herzlich zu dieser weiteren Auszeichnung und freut sich ganz besonders, Sie für eines der seltenen Solo-Konzerte nach Sachsen verpflichten zu können.

Sylvie Courvoisier präsentiert auf der Höhe ihres Könnens und Erfolgs ein neues Trio-Album: «Free Hoops» folgt auf die Trio-CD «D'Agala», die rundum gefeiert wurde. Die «New York Times» zählte sie zu den besten Platten des Jahres.


... Die Musik, die Courvoisier schreibt, ist rigoros organisiert und verlangt Ensemblepräzision, wie einige anspruchsvolle Unisono-Themen zeigen. Aber die Musik birgt auch ein Misterioso, eine traumartige Qualität, hervorgerufen etwa durch ein wehmütiges Ostinato oder ein mondhelles Klavierarpeggio, oder durch eine ruhige Episode, die die Tiefe des Klangraums des Trios unterstreicht.


Und das Trio spielt auch die wundervolle Musik, für die wir den Jazz schätzen: das fröhliche Swingen, das nahe Zusammenspiel, das komplexes Material zum Singen bringt, und das Auseinanderfliegen, wenn die Musiker es in ihrem eigenen Spiel erkunden. (INTAKT records CD351/2020)

THE MONSTERS OF INTONATION

Sonntag, 11. September 2022, 11:00 Uhr
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Die Bigband „The Monsters of Intonation“, jahrelang das Aushängeschild des  B.I.G. e.V. Chemnitz, entstand Mitte der neunziger Jahre für ein Konzert, mit dem sich der Verein dem Publikum vorstellte.


Bands, die damals im Verein eine Heimat gefunden hatten, wie: African Tango, E.S.P Quintett, Sergant Groft, Jim Beam Quartett, I dont know Bluesband, ergänzt durch Orchestermusiker der Philharmonie und Solisten aus der freien Szene, spielten erstmals in einem gemeinsamen Programm zusammen.


Bekannt geworden ist die Bigband durch ihre spartenübergreifenden Projekte wie Der Mann im Fahrstuhl, Der Sandmann kommt, Elements, rooms & vibrations oder HOR.


Im Konzert wird ein Mix aus freien Improvisationen und Themen von Steffan Claußner zu hören sein. Dabei werden Motive, die in den damaligen Aufführungen eine Rolle spielten, durch die Entwicklungen der letzten Jahre überformt und neu erlebbar werden.

Der Dritte Stand

Mittwoch, 21. September 2022, 19:30 Uhr
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Matthias Müller - trombone
Matthias Bauer - double bass
Rudi Fischerlehner - drums and percussion


Der Dritte Stand ist ein neues Trio aus Berlins blühender Szene der frei improvisierten Mu-sik. Der CD Titel und der Name des Trios, was das einfache Volk bedeutet, entstand nach-dem ein Musiker- Kollege feststellte, dass der Nachname jedes Spielers ursprünglich einen alten und ehrenwerten Beruf bezeichnete.
Die Musik ist frei improvisiert und folgt den Impulsen des Augenblicks. Alle Möglichkeiten des Zusammenspiels werden in einer hierarchiefreien Struktur erkundet.


“Konsequent arbeitende Musiker, die sich auf die proletarischen Wurzeln der kreativen Mu-sik beziehen, sie lösen sich von der Last elitären Denkens. Gleichzeitig versetzt der Geist ih-rer Ideen und ihre musikalischen Fähigkeiten die Performances in das Reich der unprätenti-ösen Hochkunst. » (Ken Waxman).


Matthias Müller studierte Jazz-Posaune an der Folkwang Hochschule in Essen und beschäfti-ge sich in dieser Zeit erstmals mit vollkommen frei improvisierter Musik. Seine 2004 erschie-nene CD „Bhavan“ wurde von John Corbett produziert. Seitdem spielte er mit einer Viel-zahl herausragender Improvisatoren. Er ist Mitglied im „Splitter-Orchester“, dem 24-köpfigen Ensemble der Berliner Echtzeitmusik-Szene und spielte viele Jahre im „Deutsch-französischen Jazzensemble“ unter Albert Mangelsdorffs Leitung.

Neben der improvisierten Musik tritt Müller auch als Interpret Neuer Musik in Erscheinung und schreibt Musik für Theater und Tanz. Konzertreisen und Festivals führten ihn nach Afrika, Asien, Australien, Nordamerika und diverse europäische Staaten. Seine Spielweise zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Bandbreite an unkonventionel-len und teils selbstentwickelten Spieltechniken aus, die er jedoch stets dem musikalischen Prozess unterordnet.


Matthias Bauer studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin Kontrabass. Als Improvisator spielt er neben seinem Soloprogramm für Kontrabass und Stimme mit vielen Musikern der frei improvisierten Musik. Als Interpret arbeitet er u.a. mit dem “Ensemble united berlin“, dem „Ensemble Mosaik“ und dem „AsianArt Ensemble“. Er realisierte Bühnenmusiken und Konzepte für improvisierende Musiker. Teilnahme an Festivals wie „Maerzmusik“ in Berlin, „Musica Viva“ in München, „Biennale“ in Venedig, „Nuovaconsonanza“ in Rom, u.a. sowie verschiedene CD Veröffentlichungen, z.B. mit Bill Dixon, Tony Oxley, John Rose und Floris Floridis.


Rudi Fischerlehner studierte klassisches Schlagzeug und spielt in unterschiedlichen musikalischen Bezügen zwischen improvisierter und experimenteller Musik, Jazz und Post-Rock. Er komponiert und produziert Musik  für Bands, Film und Performances.   Gegenwärtige Projekte umfassen das Improvisationstrio Rupp / Müller / Fischerlehner und das Percussion-Drums-Electronics Trio Fiium Shaarrk sowie Peter Van Huffel´s Gorilla Mask, Tonia Reeh und die berliner Band Princessin Hans. Er arbeitete u.A. mit  Pinx, Erste Stufe Haifisch, Bonaparte, Sound 8 Orchestra, Blisk, Blendwerk, Roh, Grid Mesh, Andreas Willers´ Montauk (mit Dominique Pifarely und Alain Grange), im Trio mit Jörg Hochapfel und Horst Nonnenmacher, Tom Arthurs´ Subtopia (feat. Ingrid Laubrock).

Trio NOW

Sonnabend, 15. Oktober 2022
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Tanja Feichtmair, sax
Uli Winter, vc
Fredi Pröll, dr

Now! = im Hier und Jetzt, Momentaufnahmen, Augenblicksfantasien, Spontanreaktionen, Stegreifexplorationen, Echtzeitdiskurse.

In bester US-Free Jazz-Tradition mit so manchem Gefühlsüberschwang, aber auch mit dem kontrolliertem Puls und der Klangästhetik der Improvisierten Musik europäischer Provenienz geht das Trio beharrlich einen Weg, der kein bequemer ist.

Eine feste Einheit, die jedem aber auch ausreichend musikalischen Raum zur Verfügung stellt, um mit einfacher Freude und leichter Entscheidung ans Werk zwischen energischer Intensität, heller Expressivität und lyrisch sperriger Entschleunigung zu gehen. Eine solche Tiefe des Zusammenspiels, so ein Spektrum der Stimmungen und das traumwandlerische Verständnis untereinander, findet man auch bei älteren Haudegen des Genres nicht so schnell.

Hintergrund und Musik: https://youtu.be/qyuZtQGrWhA