Grenzüberschreitungen XIII – 2021

Ein gemeinsames Projekt von Jazzclub „FUCHS“ e.V. und BIG e.V. Chemnitz.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Chemnitz und dem
Kfz-Meisterbetrieb M. Bondzio.

Joe Sachse Quintett

Freitag, 25. Juni 2021, 19:30 Uhr
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Helmut Joe Sachse g
Helmut Forsthoff ts
Heiner Reinhardt bcl
Manfred Hering as
Wolfram Dix dr

Mit der zwölften Auflage unserer Grenzüberschreitungen können wir auf 40 Jahre Jazzclub „Fuchs“ e.V. zurückblicken. Seitdem haben wir in vielen Konzerten erleben können, „dass gerade der Jazz, die Improvisation, nach wie vor als etwas ungemein Politisches wahrgenommen wird - von denen, die sie machen, genauso wie von ihren Hörern und selbst von denjenigen, denen diese Musik ein Buch mit sieben Siegeln bleibt“ (Wolfgang Knauer).


Nicht alle Musiker, die in den vierzig Jahren bei uns zu Gast waren, haben ihre Musik als politisches Statement gesehen. Für viele unserer Hörer boten die Konzerte eine Möglichkeit, Neues zu erfahren, zu erleben, wie aus offenem Aufeinander zugehen, sich auf den Anderen einzulassen, wie in der Begegnung und im freien Spiel etwas gemeinsames Neues entstehen kann. Gerade in unserer Anfangszeit hatten aber auch wir regelmäßig Hörer, denen die Musik zwar verschlossen blieb, deren Intersesse aber destomehr „dem gesellschaftsverändernden Potential des Jazz“ wie es Maxi Sickert formulierte,  dessen aufbrechen¬der Wirkung, galt.

Hier möchten wir mit Grenzüberschreitungen XII – 40 Jahre Jazzclub FUCHS e.V. anschließen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Verschiedensein oft als Gefahr gesehen wird, wollen wir mit unserer Konzertreihe die Veränderungspotentiale, die dem Jazz nach wie vor innewohnen,  als eine Form der Auseinandersetzung mit dem Tradierten präsentieren. Unser Anliegen als Jazzclub Fuchs war und ist es, diesen Potentialen einen Raum zu bieten. Mit den Grenzüberschreitungen XII wollen wir auch weiterhin darauf fokussieren, dass Verschiedensein, Meinungsvielfalt, Potentiale für gemeinsames Neues in sich bergen kann. Als Hörer zu erleben, wie Grenzen produktiv überschritten werden können, eröffnet Erfahrungen, die auch auf das alltägliche Handeln wirken können. „Eine Revolution im Sinne einer sozialen Bewegung kann nicht gefördert werden. Die Kunst, die sie auslösen kann, und die Bedingungen der Künstler und Musiker, die sie schaffen, hingegen schon“ (Maxi Sickert in einem Beitrag zur Kulturförderung in der Zeit-online am 10. Februar 2012).

Auch ohne revolutionären Anspruch war es dem Jazzclub Fuchs e.V. immer ein wesentlicher Anspruch, improvisierte Musik als eine Kunstform, deren künstlerischer Ansatz Reflexion über spontane Strukturen ermöglicht, zu präsentieren. Diese Strukturen repräsentieren jedoch examplarisch eine Vielfalt in Stil, Ausdruck und Erleben. Diese Vielfalt erfahrbar zu machen und damit auch Möglichkeiten zu eröffnen, Anderes zu erleben, sich damit auseinanderzusetzen und dieses bestenfalls zu akzeptieren, ist gerade in der heutigen Zeit aus unserer Sicht ein wichtiges Anliegen.

Mit den Grenzüberschreitungen XII machen wir einen speziellen Aspekt von Kultur erlebbar und leisten damit einen Beitrag zum Diskurs über den Zustand unserer Gesellschaft.

Zu dem ersten Konzert der Reihe haben wir ein Quintett, dessen Mitglieder in anderer Konstellation schon in Chemnitz zu hören waren, eingeladen: das Helmut Joe Sachse Quintett. Joe Sachse: „Zu den Erfordernissen unserer Zeit gehört die Gründung einer Band.
Während sich andere Zeitgenossen mit leistungsstarken Frauen oder anmutigen Autos zufrieden geben müssen, drängt es unsereinen, eine Horde hagerer, finster dreinblickender Musiker um sich zu sammeln, um lautstark die Menschheit zu beglücken...“
Beglückende Momente sind tatsächlich zu erwarten, denn  wie Jörg Konrad im Jazzpodium schreibt „… weil bei seinem unorthodoxen Spiel die Tradition immer spürbar bleibt und der künstlerische Auflösungsprozeß niemals zum Selbstzweck verkümmert. Und natürlich, weil bei ihm die Einheit zwischen individueller Persönlichkeit und muskalischem Ausdruck in jedem  seiner Auftritte und Veröffentlichungen überzeugend kompakt bleibt.“

Die Mitglieder des Quintetts entstammen der gleichen Tradition wie die meisten ihrer chemnitzer Hörer, der konservativen Musikausbildung mit Bezügen zur europäischen Klassik und reicher Erfahrung in Improvisation und Bezug zu Musikern anderer Kontinente.
Insofern werden wir Musik, die an Bekanntes anknüpft und Heimat bietet, aber von den Erfahrungen in der Fremde und des Fremden erzählt, hören.

Chemnitzer Improvisationsorchester

Freitag, 9. Juli 2020, 20:00 Uhr 
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Unter der Leitung von Steffan Claußner

Plasmic Quartett

Freitag, 23. Juli 2021, 19:30 Uhr 
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Elisabeth Harnik, p
Agnes Heginger, voc
Uli Winter, c
Fredi Pröll, dr

Das Improvisationsensemble Plasmic setzt sich zusammen aus der Komponistin und Pianistin Elisabeth Harnik, der Vokalistin Agnes Heginger, dem Schlagzeuger Fredi Pröll und dem Cellist Uli Winter.

Als festes Trio besteht Plasmic seit 2003 und entstand bei den Improvised Music Nights in Wien. In den darauffolgenden Jahren wurde dieses Trio immer wieder durch bedeutende VertreterInnen der europäischen Improvisationsszene zum Quartett und auch zum Quintett erweitert. 2007 erhielten Fredi Pröll und Uli Winter den Auftrag für das Festival 4020 anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2009 ein Ensemble zusammenzustellen. In dieser Zeit entstand die Idee, Plasmic um die Sängerin Agnes Heginger zu erweitern, die sich in den unterschiedlichsten Genres wie Alter Musik, Jazz, zeitgenössischer Musik bis hin zur Klassik einen Namen machte. Agnes Heginger, die schon zu Studienzeiten mit Elisabeth Harnik zusammengearbeitet hat, war die ideale Ergänzung für den authentischen und unverwechselbaren Sound von Plasmic.

Plasmic wirft feingesponnene Netzwerke aus, in die sich jede(r) der beteiligten Klangartisten der Situation entsprechend ein- und ausklinkt. Das mit ungezwungenem Selbstverständnis. Dem geschuldet ist weiters ein konsequenter, kollektiv getragener, spontaner Formverlauf. Im Einklang mit einer ergiebigen Dynamikeffizienz. Klanggebilde von enormer Dichte und brodelnder Binnenstruktur.

Bereits beim zweiten Liveauftritt in dieser Besetzung entstand die CD „DR. AU“ (einklangrecords 2009), die in den Amann Studios (Wien) eingespielt wurde. Der Mitschnitt eines Konzertes beim Chilli Jazz Fest in Heiligenkreuz wurde auf dem britischen Label Leo Records veröffentlicht.

Maya Homburger / Barry Guy

Mittwoch, 6. Oktober 2021, 19:00 Uhr 
Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben  
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Weitere Informationen erfolgen demnächst.

Day & Taxi

Freitag, 29. Oktober 2021
Neue Sächsische Galerie, Das TIETZ, Moritzstraße,09111 Chemnitz   
Eintritt 15,00 €, ermäßigt 8,00 €

Christoph Gallio, sax
Silvan Jeger, b
Gerry Hemingway, dr


Unbeeindruckt von Trends bewegt sich Day & Taxi an der Schnittstelle von Komposition und Improvisation.
Dabei benutzt das Trio eine breite stilistische Vielfalt und lässt alles zu, was der Musik dient: Kompliziertes genauso wie Banales oder Kitschiges.

So entsteht der unverkennbare Day & Taxi-Sound, der ihnen seit 30 Jahren internationale Erfolge beschert.

Day & Taxi zähle zu den bestgehüteten Geheimnissen Europas, heißt es in der New Yorker Downtown Music Gallery über das Trio, das der Schweizer Saxofonist Christoph Gallio 1988 gründete. Der deutsche Jazzkritiker Bert Noglik attestierte der Formation „eine sehr starke, auch emotional anrührende Musik“. Gemeinsam mit dem amerikanischen Avantgarde-Schlagzeuger Gerry Hemingway, der vor allem durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Anthony Braxton berühmt wurde, und dem Bassisten Silvan Jeger erfindet Gallio in stilistischer Vielfalt zwischen Zufall, Minimalismen, Alltäglichkeit und Poesie eine gleichzeitig experimentelle und unmittelbar ergreifende Musik, die den individuellen Qualitäten seiner Mitspieler viel Freiraum zur Entfaltung lässt.